
Die Logistikbranche gehört mit über 200.000 Erwerbstätigen zu den stärksten Wirtschaftszweigen in Hessen. In Hessen haben sich 15 Unternehmen der "Top 100 der Logistik" niedergelassen. Deutschlands zentralstem Bundesland wird durch den Einsatz neuer Technologien und innovativer Konzepte die Mobilität von Menschen und Gütern zukunftsorientiert erweitert – auf den Verkehrswegen, aber auch bei den Arbeitsformen.
Die CargoCity am Frankfurter Flughafen ist im Waren- und Frachtmanagement die Nummer eins in Europa und eine der wichtigsten Schaltstellen im globalen Logistiknetz. Auf einer Fläche von 149 Hektar haben 252 Logistikunternehmen über das moderne Rail AirCargo Terminal direkte Anbindung an das europäische Schienennetz. Hier haben sich unter anderem DHL Worldwide und Federal Express niedergelassen.
In unmittelbarer Nähe des Flughafens befinden sich die Paketdienstzentren der Deutschen Post, von German Parcel und System Plus. Große Speditionen wie Emery Worldwide, GK, Danzas, Panalpina, Kühne & Nagel und Schenker International haben sich ebenfalls in Hessen niedergelassen.
Der Verkehrsknotenpunkt Frankfurt wird von neuen, leistungsfähigen Logistikzentren außerhalb des Ballungsgebiets Rhein-Main wie dem Güterverkehrszentrum Kassel und den Distributionszentren von Libri, RS Components und Amazon am Verkehrsknotenpunkt Bad Hersfeld unterstützt. Von hier aus kann jedes beliebige Ziel in Deutschland mit dem LKW innerhalb von fünf Stunden erreicht werden.
Forschung und Entwicklung
Das weltweite Verkehrsaufkommen hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen und wird nach Ansicht der Trendforscher auch in den nächsten Jahren weiterhin steigen. Damit das Mobilitätsnetz auch zukünftig bequemes Reisen und reibungslosen Gütertransport gewährleistet, muss seine Effizienz deutlich gesteigert werden. In Hessen arbeiten Experten aus Wirtschaft, Politik und Forschung mit Hochdruck an der Entwicklung intermodaler Technologien, die den Verkehrsfluss großflächig regeln und dadurch Engpässe frühzeitig erkennen oder gar nicht erst entstehen lassen.
Ein gelungenes Beispiel für die intelligente Verknüpfung der Verkehrsträger mittels neuer Technologien und integriertem Verkehrsmanagement ist das AIRail-Terminal des Frankfurter Flughafens: Seine Vernetzung von Luftstraßen, Schiene und Individualverkehr verkörpert weltweit eines der fortschrittlichsten Airport-Konzepte. Auch im Nahverkehr profitieren Reisende und Unternehmer von den zahlreichen technischen Neuerungen, die in der Branche und für die Branche entwickelt werden. Mit ihrer Hilfe ermitteln die Mobilitätszentralen des RheinMain-Verkehrsverbundes den optimalen Reiseweg für alle Verkehrsmittel und bieten individuelle, interaktive Informationsdienste.
Eine ganze Reihe innovativer Ideen, die in der Logistikbranche zum Einsatz kommen, wurden von den Wirtschaftswissenschaftlern der TU Darmstadt maßgeblich mitentwickelt. Der Fachbereich Unternehmensführung & Logistik arbeitet eng mit Unternehmen aus ganz Deutschland zusammen und unterstützt mit seiner Forschung zu Themen wie staufreie Verkehrskonzepte, Serviceinnovationen in der Logistik oder Supply Chain Finance aktiv Problemlösungsprozesse in der Unternehmenspraxis.
Arbeitsmarkt
Die Vielfalt der Tätigkeiten hessischer Logistikunternehmen ist ein wichtiger Motor für den Arbeitsmarkt des Landes, denn in der Branche sind Mitarbeiter mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen gefragt. Dementsprechend breit ist das Angebot an Ausbildungseinrichtungen, in denen Mitarbeiter in allen Regionen Hessens geschult werden.
Im Hochschulbereich bietet die FH Wiesbaden den Bachelor-Studiengang Logistik in den Fachbereichen Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsinformatik an. Auch an der Berufsakademie Nordhessen wurde im Fachbereich Wirtschaft ein Bachelor-Studiengang mit Schwerpunkt Logistik eingerichtet. Ab dem Wintersemester 2008 wird es an der Philipps-Universität Marburg einen Master-Studiengang Logistik geben. An der FH Gießen-Friedberg können die Studenten ebenfalls einen Bachelor-Studiengang Logistik belegen sowie per Fernstudium ein Diplom in Logistik erwerben.
In der betriebsbezogenen Ausbildung sorgen neben den zahlreichen Unternehmen, die maßgeschneiderte Lehrstellen für den eigenen Betrieb anbieten, die private Berufsakademie Nordhessen in Bad Hersfeld und die Berufsschule für Berufskraftfahrer in Kassel für ausreichend qualifizierten Nachwuchs. Spezialisierte Personalvermittlungen und Zeitarbeitsfirmen schließlich holen gezielt und auf Abruf Fachkräfte aus aller Welt in die Logistikzentralen des Landes.
Branchenumfeld
Neben dem Verkehrsknotenpunkt Frankfurt mit seinen zahlreichen niedergelassenen Unternehmen hat sich in Nordhessen eine zweite wichtige Logistikregion entwickelt. Der Norden des Bundeslandes kann wie keine andere Region in Deutschland sicherstellen, dass Waren zum spätmöglichsten Zeitpunkt angenommen werden und ihren Zielort am nächsten Tag sicher und pünktlich erreichen. Neben der idealen Zentrallage haben aber auch die günstigen Bodenpreise und das moderate Lohnkostenniveau dieser Gegend viele Unternehmen bewogen, sich außerhalb des Ballungszentrums Rhein-Main niederzulassen. Neben großen Firmen wie Libri, Amazon und Volkswagen, die sich mit ihren Zentrallagern angesiedelt haben, weiß auch eine ganze Reihe weiterer Branchenzweige wie Logistikdienstleister, Projektentwickler und Speditionen die Vorzüge des Standorts zu schätzen.
Die Logistik in Südhessen wird insbesondere durch den Flughafen und seine Rolle als Umschlagort für Luftfracht bestimmt. Das Spektrum der hier arbeitenden Unternehmen reicht von Großkonzernen wie Lufthansa Cargo oder Condor über Mittelständler bis hin zu Kleinunternehmen. Unterstützt werden diese Transportspezialisten von Unternehmen wie Transcare, Railistics oder Miebach Logistik, die sich auf Dienstleistungen außerhalb des Bereichs Distribution spezialisiert haben. Ihr Leistungsspektrum reicht von der Organisation von Ausschreibungen und der Planung von Lagerflächen über die Erarbeitung von Logistikkonzepten bis zum übergreifenden Supply Chain Management.
Netzwerke/Cluster
Fast 1.000 Güterkraftverkehrsunternehmen mit insgesamt rund 19.000 Mitarbeitern und 14.500 Nutzfahrzeugen sind im Fachverband Güterkraftverkehr und Logistik Hessen organisiert. Der Verband vertritt die Interessen der im Land Hessen ansässigen Güterkraftverkehrsunternehmer in allen Fragen der Verkehrs- und Gewerbepolitik und versorgt seine Mitglieder mit wichtigen Brancheninformationen zu Themen wie internationaler Güterkraftverkehr oder länderspezifische Transportbedingungen innerhalb und außerhalb der EU.
Auf arbeits- und sozialrechtliche Probleme und Rechtsfälle hat sich die Vereinigung des Verkehrsgewerbes in Hessen e.V. in Frankfurt am Main und in Kassel spezialisiert. Als Dachorganisation des privaten Transport- und Verkehrsgewerbes in Hessen stellt sie seit 1946 ihre Erfahrungen und Kompetenzen in den Dienst ihrer Mitglieder und unterstützt sie unter anderem bei der Verhandlung relevanter Themen wie Vergütungs- und Manteltarifverträge.
Frankfurt AirportCity und AIRail-Terminal
www.airportcity-frankfurt.de
RheinMain-Verkehrsverbund
www.rmv.de
TU Darmstadt, Fachgebiet Unternehmensführung und Logistik
www.bwl.tu-darmstadt.de/bwl2/cms/
FH Giessen-Friedberg, Studiengang Logistik
www.fh-friedberg.de
Fachverband Güterkraftverkehr und Logistik Hessen e.V.
www.gueterkraft.de
Vereinigung des Verkehrsgewerbes in Hessen e.V.
www.vdv-hessen.de
Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung/Logistik
www.wirtschaft.hessen.de
… dass das weltweit modernste Logistikzentrum für kleinteilige Güter in Bad Hersfeld steht?
… dass die dynamische Logistikanlage rd. 3.000 Antriebe und 17 km Fördertechnik aufweist?
… dass bis zu 400.000 Bücher pro Tag an bis zu 4.000 Buchhandlungen ausgeliefert werden?
RFID – Immer mehr Unternehmen der Logistik-Branche setzen RFID-Systeme zur effizienten Abwicklung ihrer Geschäftsabläufe ein. Durch den Einsatz dieses Hochfrequenz-Identifikationsverfahrens können die Wege von Waren von der Produktionsstätte bis zum Endverbraucher lückenlos nachvollzogen, Transportzeiten verkürzt, Lagerbestände reduziert und nicht zuletzt Kostenersparnisse erzielt werden.