Erstmals hat Deutschland mehr Auslandsinvestoren ins Land gelockt als Frankreich und liegt damit in der Statistik von Ernst & Young auf Platz zwei in Europa. Großbritannien bleibt Spitzenreiter.
Seit Einführung der Studie von Ernst & Young vor gut zehn Jahren ist Großbritannien der Spitzenreiter im Anlocken von Auslandsinvestoren. Die Offenheit und Flexibilität der britischen Wirtschaft, die englische Sprache und auch die Nähe der Finanzinvestoren in der Londoner City gelten seit langem als Wettbewerbsvorteil. Deutschland dagegen hinkte viele Jahre hinterher, weil der Standort als teuer und stark reguliert galt. Mächtige einheimische Anbieter wirkten zudem auf etliche Investoren eher abschreckend, berichtet Ernst & Young.
In den vergangenen beiden Jahren hat Deutschland allerdings aufgeholt. 2011 lockte die Wirtschaft in der Bundesrepublik 97 Investitionsprojekte an - das waren 7 Prozent mehr als im Vorjahr. Dadurch wurden rund 17.300 Arbeitsplätze geschaffen, 43 Prozent mehr als im Jahr 2010.
Nach Angaben von Ernst & Young profitiert Deutschland besonders von seinen wachsenden Verbindungen zu den Schwellenländern. Chinesische Investoren stünden mittlerweile schon für 8 Prozent der Auslandsinvestitionen, gegenüber nur 2 Prozent im Jahr 2007. Sie hätten unter anderem stark in der Solarindustrie investiert. Auch das Nachbarland Schweiz habe seinen Anteil an den ausländischen Direktinvestitionen seit dem Jahr 2007 von 6 auf 11 Prozent gesteigert. Die Vereinigten Staaten bleiben indes der größte Auslandsinvestor in Deutschland. Insgesamt profitierten die Bereiche erneuerbare Energien, Automobil- und Transportausrüstungen sowie der allgemeine Technologiesektor am stärksten von ausländischen Investoren.