Für kleine und mittlere Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie in Hessen bietet der Ausbau der Geschäftsverbindungen mit chinesischen Partnern immer größere Wachstumspotenziale.
Die Internationalisierung und der Wirtschaftsstandort China gewinnen an Bedeutung. Mit der neuen Clusterinitiative zur Internationalisierung, die der Verband HESSENMETALL mit dem Hessischen Wirtschaftsministerium und der Hessen Agentur entwickelt, sollen branchenübergreifende Interessen gebündelt werden, um internationale Märkte zu erschließen.
Die Cluster-Initiative startet in diesem Jahr unter dem Titel „Internationalisierung in Richtung China“. „Erfreulicherweise bieten hessische Unternehmen, gerade die des Mittelstands, die Produkte und Dienstleistungen, die aktuell in China benötigt werden“, sagte Hessens Wirtschaftsstaatssekretär Steffen Saebisch anlässlich der Auftaktveranstaltung des Clusters zur Internationalisierung 2012 in Frankfurt am Main. Netzwerke, in denen Wissenschaft und Wirtschaft eng verzahnt sind, erleichterten seiner Ansicht nach den Zugriff auf die für Innovationen erforderlichen Ressourcen und das notwendige Know-how.
Drei wichtige Maßnahmen stehen laut Saebisch im Mittelpunkt der hessischen Außenwirtschaftsstrategie: die Werbung und Unterstützung chinesischer Investitionen in Hessen, die Kooperation im Bereich hochwertiger Schlüsselindustrien sowie die Förderung direkter Unternehmenskontakte. Hessen sei als Spitzentechnologieland in Bereichen wie Energie und Umweltschutz, neue Informationstechnologien, alternative Antriebstechniken sowie neue Materialien besonders leistungsstark. „Der Branchenfokus für den Ausbau der Zusammenarbeit mit China liegt daher konsequenterweise bei diesen Innovationstechnologien“, betonte der Staatssekretär.
Das Handelsvolumen zwischen Hessen und China hat in 2011 einen Rekordwert erreicht. Die Einfuhr nach Hessen aus China erzielte in 2011 einen Wert in Höhe von 6,6 Milliarden Euro. Die Ausfuhr nach China aus Hessen stieg auf einen Wert von 2,4 Milliarden Euro. Dieses Wachstum setzt sich erfreulicherweise auch im ersten Quartal des Jahres 2012 fort. Hessen führt aus China vor allem Elektrotechnik, Maschinen und Textilwaren ein. Die wichtigsten Ausfuhrprodukte nach China sind Maschinen und Anlagen, Chemie- und Pharmaprodukte sowie feinmechanische Industrieerzeugnisse.
Internationale Märkte und die damit verbundenen neuen Marktchancen spielten für immer mehr kleine und mittlere Unternehmen eine wichtige Rolle. Dass sich der Blick über den Tellerrand lohnt, zeigten viele Erfolgsbeispiele hessischer Unternehmen. Saebisch: „Um gut funktionierende Kontakte aufzubauen und zu erhalten, ist es unerlässlich, dass Unternehmen im jeweiligen Partnerland mit potenziellen Geschäftspartnern in Kontakt treten“. Daher wird auch in diesem Jahr wieder eine Wirtschaftsdelegation nach China führen. Die Reise wendet sich an Unternehmen aus den Bereichen Infrastruktur, Technologie und Finanzdienstleistungen und führt von 20. bis 27. Oktober nach Peking, Tianjin und Shanghai.